Die Rasse „Der Malinois“

Für Interessierte der Rasse findet sich hier
ein bisschen geschichtliches Hintergrundwissen

Tomy 1896         Tjop 1899

Dewet 1901          Snap 1917

Die meisten Züchter wohnten im flämischen Mechelen und Umgebung, von den französisch-sprechenden Belgiern Malines genannt. Daher der Name, und obwohl es eine flämische Ortschaft ist, hat sich für den Hund die Bezeichnung Malinois eingebürgert, allerdings sehr zum Leidwesen der flämischen „Malinois“-Fans.

Der Malinois…Harmonisch gebauter Hund von mittleren Proportionen, der Eleganz und Kraft in sich vereinigt. Er hat ein quadratisches Gebäude und ist mittelgroß; seine Muskulatur ist kräftig und trocken. Er ist widerstandsfähig, an das Leben im Freien gewöhnt und im Stande, die in Belgien so häufigen klimatischen Schwankungen zu ertragen. Durch Harmonie seiner Körperformen und die stolze Kopfhaltung soll der Belgische Schäferhund den Eindruck jener eleganten Robustheit vermitteln, die das Erbe der gezielt herausgezüchteten Vertreter einer Gebrauchshunderasse ist.

Der Belgische Schäferhund ist wachsam und rege, von übersprudelnder Lebhaftigkeit und stets aktionsbereit. Neben seinen angeborenen Fähigkeiten als Hüter der Herden besitzt es die wertvollen Eigenschaften eines sehr guten Wächters für Haus und Hof. Er verteidigt seinen Herrn ohne jegliches Zögern hartnäckig und leidenschaftlich. Er vereinigt in sich alle für einen Schäferhund, Wachhund, Schutzhund und Diensthund erforderlichen Vorzüge. Sein lebhaftes und munteres Temperament und seine gefestigten Charaktereigenschaften, die weder Angst noch Aggressivität kennen, sollen sich in seiner Körperhaltung und im Stolzen und aufmerksamen Ausdruck seiner glänzenden Augen offenbaren.

Kurzer, geschichtlicher Abriss dazu: Der „Mali“, wie er bei uns der Einfachheit halber genannt wird, tauchte in den 80er Jahren wie Phönix aus der Asche auf.  Aus den bei uns vollkommen unbekannten Hund wurde in kürzester Zeit ein legendärer Sporthund, der trotz seiner zahlenmäßigen Unterlegenheit dem Deutschen Schäferhund bei den wichtigen Leistungsprüfungen echte Konkurrenz macht. Man muss einen gut ausgebildeten Mali in Belgien auf einer Schutzhundprüfung erlebt haben; welche den Hunden sehr viel mehr abverlangt als bei uns.

Sehr schnell interessierten sich auch die Behörden für diesen Hund. In Holland, wo die Belgischen Schäferhunde sehr beliebt sind, entwickelte sich eine Leistungszucht, ungeachtet der Standardschönheiten und man munkelt, das auch fremde Rassen eingekreuzt wurden/werden. Tatsächlich fallen die recht unterschiedlichen Typen auf.

Es gibt Züchter, für die nur die Leistung zählt und solche, die den goldenen Mittelweg suchen. Deshalb sollte man beim Kauf eines Mali´s wissen, was man will, bzw. eigentlich genau sucht und sich dann den für sich entsprechend passenden Züchter suchen.

Wer einen unkomplizierten umgänglichen Familienhund sucht, könnte mit einem auf Leistung gezüchteten Hund mit guter Veranlagung überfordert sein und sollte zunächst eine Rasse suchen, die genau auf die seinen Bedürfnisse und Gegebenheiten passend ist.

Für den Sportfreund ist ein solcher Mali „hart im Nehmen“, voll überschäumendem Temperament, besitzt Spielfreude und Kampftrieb, wie ihn vor allem z.B. die Polizei und der Zoll für ihre individuellen Aufgaben brauchen.

Der intelligente, stets aufmerksame und lernfreudige Mali wird aber auch zu allen anderen Aufgaben eingesetzt, wie z.B. und u.a. als Rettungs-Rauschgift- oder Leichenspürhund. Das dazu kurze, pflegeleichte und geradezu wetterbeständige Haarkleid kommt v.a. dem Hundesportler sehr gelegen.

Der Mali gehört zu den wenigen Rassen in Deutschland, die in den letzten Jahren einen kontinuierlichen Aufwärtstrend erlebten. In Zahlen von den Jahren 1998 bis 2007

Wissenwertes: Entwicklung zum Hirtenhund
In vorbiblischer Zeit wurde oft ohne Hund gehütet. Mit Ausdehnung der Weidegebiete in weitläufige, unübersichtliche Gebirgsregionen wurde der Einfluss der Beutegreifer größer. Die Nutzung und Besiedlung des Hochgebirges war verbunden mit Haushunden als wachsame, verteidigungsbereite Herdenbeschützer. Später mussten diese Hunde nicht nur Beutegreifer, sondern auch menschliche Angreifer und Schafdiebe abwehren. Diese Hirtenhunde waren starke Kämpfer, oft geschützt durch dichtes Haar. Teilweise sollten kurz geschnittene Ohren und ein umgekehrt getragenes Stachelhalsband diese Hunde schützen. Als Beispiel für diesen Hundetyp sei die Tibetdogge genannt. Diese Hunde, meist an der Leine geführt zum Schutz des herrschaftlichen Wildes, lernten dann das Treiben der Tiere zur Wasserstelle und neue Weidegründe. Je häufiger ein Weidewechsel notwendig war, desto beweglicher und leichter musste der Hund sein. Oft waren sie von weißer Farbe, da sie so leichter von Raubwild zu unterscheiden waren. Die starke Bevölkerungszunahme im 18.Jahrhundert, bedingte eine Intensivierung des Ackerbaus. Zugleich kam es durch die Bauernbefreiung zu mehr Privateignern, und die Realteilung bedingte immer kleinere Felder. Die zurückgedrängte Brache, der Verlust von Hutungen durch neue Acker- und Futterpflanzen führte dazu, dass die Schäfer die Hunde auf Feldwegen und schmaler werdenden abgeernteten oder mit Schaffutter eingesäten Feldern hüteten. Für andere Tierarten setzte sich zu der Zeit ganz die Koppelhaltung durch. Die Zunahme der engen Haltung und der Verkehrswege zwang die Schäfer zur Selektion von wendigen und intelligenten Hütehunden. Auf den schmalen grasbewachsenen Feldwegen, an deren Rändern die Hauptfrucht wuchs, mussten die Schafherden in die Länge gezogen werden. Dies ging am besten, wenn der Schäfer an der Herdenspitze ging und an jeder Seite die Hütehunde schauten, dass die angebauten Hauptfrüchte ungeschoren blieben. Auch mussten die Hunde dafür sorgen, dass ohne Probleme in einen Weg eingebogen werden konnte und das kein Schaf zurückblieb. Diese langgezogene Herde erforderte vom Hund Selbstständigkeit und gute Nerven, vor allem bei Fahrzeugverkehr. Unter diesem Einfluss der Haltungsumstände entwickelten sich in den verschiedenen Ländern Europas, in England früher als auf dem Kontinent, sehr ähnliche Hütehundtypen.

Heute steht der Malinois einzigartig da, bei den meisten Arbeitsveranstaltungen ist der Hund dabei, fast immer ist er in den oberen Plätzen zu finden. Seit den Siebziger Jahren erfolgte zuerst in Frankreich eine ungeheure Zunahme der Wurfzahlen, später auch in anderen Ländern .

Das zieht vor allem eine große Verantwortung mit sich, denn für jeden Malinoiswelpen muß auch der richtige Besitzer gefunden werden.

Mein persönliches Fazit: Lasst uns diese Vielseitigkeit behalten, denn gerade deshalb eignet sich der Malinois für so Vieles. Sofern man einiges beachtet! Denn obwohl er so vielseitig (einsetzbar) ist, eignet er sich dennoch leider nicht für Jeden. Es sei denn, man ist wandelbar und nicht verharrend in seinem Tun; man besitzt die nötige Selbstreflexion, Fairness, Klarheit, und gepaarte Konsequenz ihn führen zu wollen.

Das Wichtigste, was ich mit den Malinois gelernt habe und auch immer wieder feststelle ist, dass es nicht nur die eine Möglichkeit gibt, in der nicht nur eine Art der Hundeausbildung als die einzige Wahrheit gilt …

 


(Angewandte Quellen: VDH, BSB, DMC, Bildquellen: VDH (schwarz-weiß) www.bewegte-fotografie.de )